Hip-Hop. Die Geschichte von einem anderen Polen

Zajawka im Schlesischen Museum in Katowice ist eine Ausstellung über Hip-Hop, eines der wichtigsten musikalischen Phänomene der vergangenen Jahrzehnte. Doch Zajawka ist auch eine Ausstellung über die polnische Transformation nach 1989. Mehr noch, sie bietet die Gelegenheit, den Wandlungsprozess anders zu betrachten, all das zu erkennen, was ausgelassen oder an den Rand geschoben wurde.

 

Zu Beginn der Ausstellung betritt man einen langen Flur mit Türen rechts und links. Jede Tür führt in einen Raum, der an eine kleine Wohnung erinnert. Die Assoziation ist sehr offensichtlich: Wir befinden uns in einem Hausflur einer der unzähligen Plattenbauten, die in den Zeiten der Volksrepublik Polen entstanden sind.

 

Fot. Rafał Wyrwich

Der Bezug auf die riesigen Plattenbauten von damals ist kein Zufall, denn hier sind viele Hip-Hop-Künstler aufgewachsen. Szymon Kobylarz, Kurator der Ausstellung, und gleichzeitig einer der interessantesten Künstler der jüngeren Generation, lädt den Besucher zu einer Reise durch die Zeit ein. Im Übrigen hat er für die Ausstellung andere Räume arrangiert: Einen Hof mit der charakteristischen Teppichstange, in Schlesien bekannt als klopsztanga, ein Ort, an dem man Zeit verbrachte, und eine Garage, umgebaut zu einem provisorischen Aufnahmestudio. Dabei ist es ihm gelungen, Künstlichkeit zu vermeiden – die Ausstellung Zajawka erinnert nicht an heute übliche narrative Museumsausstellungen, deren Anordnungen mit ihrer ungeschickten Darstellung der realen Welt zuweilen theatralische Dekorationen nachahmen. Zajawka ist auch keine Einladung an sentimentale Erinnerungen – obwohl sie Phänomene betrifft, die Teil der biografischen Erfahrungen vieler heute Dreißig- und Vierzigjähriger sind, unter anderen von Szymon Kobylarz selbst. Bei einer Diskussion über die Ausstellung, die zur diesjährigen Ausgabe des Off-Festivals in Katowice veranstaltet wurde, sagte er zu einem der wichtigsten musikalischen Ereignisse in Polen: „Hip-Hop war für uns etwas Neues. Man konnte etwas anderes machen als unsere Eltern und älteren Freunde. Man konnte der erste sein, der das machte …“

 

 

Das Jahrzehnt des Wandels

 

Die Ausstellung geht über die Musikwelt hinaus. Die Geschichte vom Hip-Hop lässt sich auch nicht auf die Musikwelt beschränken, sondern es handelt sich dabei um ein breiteres kulturelles Phänomen, zu dem Graffiti und das entsprechende Outfit gehören, aber auch ein bestimmter Lebensstil und schließlich ein ganzes Bündel an Ansichten. Mehr noch, Zajawka gliedert den Hip-Hop in den politischen und kulturellen Wandel der Jahre 1993–2003 ein.

 

Ein Teil der Ausstellung ist chronologisch geordnet: Geht man der Reihe nach durch die Räume, kann man Jahr für Jahr das sich verändernde Polen ansehen, aber auch die Welt. Die Geschichte des (nicht nur) schlesischen Hip-Hops mischt sich hier mit politischen und kulturellen Ereignissen, aber auch mit sozialen, technologischen und zivilisatorischen Veränderungen.

 

1993 – die letzten russischen Truppen verlassen Polen, das charitative Große Orchester der Weihnachtshilfe spielt zum ersten Mal, und Bogna Świątkowska beginnt im Warschauer Radiosender Radio Kolor mit der ersten Hip-Hop-Sendung in Polen unter dem Titel Kolor Szok [Farbschock].

1994 – Polen stellt den Antrag auf Beitritt zur EU, in Ruanda kommt es zum Völkermord, und Kaliber 44 – eine der bedeutendsten Hip-Hop-Formationen, die aus Schlesien stammt – nimmt eine Demo-Kassette auf, später bekannt als Usłysz nasze demo [Hör unser Demo].

1995 – Denominierung des Złotys, das Betriebssystem Windows 95 kommt auf den Markt.

1996 – Wisława Szymborska erhält den Nobelpreis für Literatur, es entstehen die polnischen Handynetze Era GSM und Plus GSM.

1997 – der Musikpreis „Fryderyk“ wird zum ersten Mal in der Kategorie Rap&Hip-Hop-Album des Jahres vergeben, in Polen kommt es zum Jahrhundert-Hochwasser.

1999 – Verwaltungsreform in Polen: aus den 49 Woiwodschaften entstehen 16, Polen tritt der NATO bei, und Wladimir Putin übernimmt in Russland die Macht.

2000 – die Produktion des Fiat 126p, genannt „maluch“ [Der Kleine], ein Kultfahrzeug aus den Zeiten der Volksrepublik Polen, wird eingestellt. Piotr „Magik“ Łuszcza, Mitglied der legendären Hip-Hop-Gruppe Paktofonika, begeht Selbstmord.

2001 – Terroranschläge in New York und Washington, Wikipedia entsteht, das erste IPod-Modell hat Premiere.

2002 – Der Euro wird eingeführt.

2003 – Polen unterzeichnet den Beitrittsvertrag zu EU. Die Boulevard-Zeitung Fakt wird gegründet, in Katowice findet das Abschiedskonzert von Paktofonika statt.

 

Das sind nur einige von Dutzenden Ereignissen, die im Schlesischen Museum aufgeführt werden. Viele von ihnen sind heute vergessen. Manche kommen einem belanglos, geradezu banal vor. Dennoch haben sie alle in bedeutendem Maße die Welt definiert, in der wir heute leben. Damals haben sich große Konzerne in Polen angesiedelt, an der Spitze Unilever. Das Land ist Teil der globalen Welt geworden, mit allen Folgen.

 

Fot. Rafał Wyrwich

Neben den in der Ausstellung angeführten Ereignissen gibt es auch Aufnahmen, Platten, Kassetten und Zeitungsausschnitte. Und Gegenstände aus der damaligen Zeit: ein originaler Volkswagen Corrado Vr6, der in den neunziger Jahren ein Statussymbol war, oder Baggy Pants, hergestellt von Ryszard Lenar, die zum obligatorischen Teil des Hip-Hop-Outfits wurden. Dabei sind auch: das Computerspiel Doom auf Disketten, ein T-Shirt mit Michael Jordan von den Chicago Bulls, VHS-Kassetten mit damaligen Kultfilmen. Die Stärke der Ausstellung besteht in der Einbettung der Fakten und Dinge. Zajawka ermöglicht dem Besucher die materielle Berührung der damaligen Zeiten.

 

 

Eine Geschichte über Schlesien, eine Geschichte über Polen

Die Ausstellung zeigt das Phänomen des polnischen Hip-Hops, aber gleichzeitig bettet sie ihn sehr tief in den lokalen Kontext Schlesiens ein. Zajawka passt gut zu dem Programm des Museums, das sich seit Jahren mit der Beschreibung der lokalen Identität beschäftigt, mit ihrer Eigentümlichkeit, mit ihrer Andersartigkeit. Mit ihrer Beschreibung nicht nur der politischen, sondern auch der ökonomischen und sozialen Geschichte. Denn „[d]ie Identität der Einwohner der Region […] zeigt sich nämlich hauptsächlich im Privaten und nicht in der Öffentlichkeit“, schrieb kürzlich Alicja Knast, die Direktorin des Schlesischen Museums im Deutsch-Polnischen Magazin DIALOG. Und sie fügte hinzu: „Wer diese Dichotomie zwischen familiärer Privatheit und offiziöser Öffentlichkeit und deren Bedeutung für Erinnerung, Identität und Kultur ignoriert, wird unmöglich verstehen, was das Schlesische ausmacht.“

 

Die Kraft von Zajawka ist, dass sie Hip-Hop als musikalisches Phänomen zeigt, aber ihn auch in einen breiteren, nicht nur polnischen Kontext einordnet. Diese Musik erweist sich als eine sehr wichtige Quelle für die Beschreibung der damaligen Wirklichkeit. Das ist kein Zufall. Denn, wie der Soziologe Michał Jan Lutostański in der Publikation, die die Ausstellung begleitet, treffend formuliert: „Eines ist sicher – beim Rap geht es um die Worte. Und das in einer großen Menge.“ Die Songs brachen ein Tabu, auch dadurch, dass öffentlich ein Wortschatz benutzt wurde, der bis dahin ausgeschlossen war, darunter die verschiedensten Vulgarismen. „Du hörst Wörter, von denen dir die Haare zu Berge stehen“, sagt Paktofonika in dem Song „Ich bin Gott“, einer der bekanntesten in der Geschichte des polnischen Hip-Hops.

Der Wortschatz provozierte. In der Ausstellung werden Titel von Presseartikeln angeführt, deren Autoren die Musiker für ihre Texte angriffen. Sogar ein Aufruf des Rates für die polnische Sprache von 1996, dessen Ziel es ist, für sprachliche Sauberkeit und Korrektheit zu sorgen, bezieht sich an manchen Stellen auf die Entwicklung des Hip-Hops und die Empörung, die durch die Sprache dieser Künstler hervorgerufen wurde. Heute ist paradoxerweise zu sehen, welch hohes Potenzial in dieser Musik steckte. Diese Künstler waren es, die die polnische Sprache aufgefrischt und sie moderner gemacht haben, indem sie unter anderem neue Wörter eingeführt oder ihre Bedeutung verändert haben, mit dem Wort zajawka an der Spitze, das ursprünglich „Trailer“ bedeutete, und in der Umgangssprache für „Leidenschaft“ oder „den Willen, etwas zu tun“ steht.

 

Am wichtigsten ist vielleicht, dass die Rapper mit ihrer Musik provozierten. Sie beschrieben in ihren Texten die sie umgebende Wirklichkeit. Der Hip-Hop wurde zur Erzählsprache über die Situation in den Vereinigten Staaten, in denen er schließlich geboren wurde. Vor Jahren sagte Bogna Świątkowska, die sich für die Verbreitung dieser Musikrichtung in Polen eingesetzt hat, in einem Gespräch mit Lidia Ostałowska für die Zeitung Gazeta Wyborcza: „Zu Beginn der achtziger Jahre schien Amerika ein glückliches Land zu sein. Doch dann stellte sich heraus, dass es in den schönen, glücklichen und im Disco-Rhythmus tanzenden amerikanischen Städten Bezirke der farbigen Armut gibt, wo Gangs und Drogen herrschen und die Menschen in schrecklicher Not leben. Und die Musiker begannen, das zu beschreiben, was nicht wahrgenommen werden wollte.“

 

Ähnlich war es in Polen. Die Werke der Rapper waren und sind bis heute eine der wichtigsten Informationsquellen über eine Wirklichkeit, die noch nicht gut beschrieben wurde. Es ist kein Zufall, dass eines der Mitglieder der 1992 in Świętochłowice gegründeten Hip-Hop-Band Tuwandaal sagte: „Unsere Texte beschreiben die Wirklichkeit, die uns umgibt, und werden dies weiter tun.“ Das war die gemeinsame Haltung für einen bedeutenden Teil der damals aktiven Musiker.

 

 

Was übersehen wurde

Die Ausstellung im Schlesischen Museum macht es – aus dieser Perspektive gesehen – möglich, diese Zeit der Transformation mit einem neuen Blick zu sehen, das Wesen dieser Zeit anders zu erfassen. Dabei geht es nicht allein um historische Analysen. Die Parlamentswahlen von 2015 und der Regierungswechsel drängen uns dazu, die Erfahrungen der Transformation als inzwischen historische Epoche neu zu erzählen. Sie erzwingen die Beschreibung dieser Zeit auf eine Weise, die es erlauben würde, die erwähnten Geschichten derjenigen einzubeziehen, die marginalisiert, übergangen und abgelehnt wurden. Dies ist unabdinglich, will man verstehen, was damals geschehen ist. Aber es kann auch dabei helfen, andere Visionen von der Zukunft aufzubauen als die, die Jarosław Kaczyński und sein politisches Lager lancieren.

 

Michał Jędrzejowski

Die Geschichtspolitik oder die Wirtschaftsgeschichte erweisen sich für diese Beschreibung als unzureichend, denn wer sich auf diese Perspektive beschränkt, kann wesentliche Fragmente der damaligen Wirklichkeit übersehen – einer Wirklichkeit, die oft schwach und auch im offiziellen öffentlichen Diskurs und den Hauptmedien vollkommen abwesend ist. Hilfreich kann hier die Sozialpolitik sein, sich die kulturellen und zivilisatorischen Umbrüche anzuschauen, den Alltag, selbst in seinen banalsten Erscheinungen, die soziokulturellen Veränderungen, die Veränderungen der Lebensstile, und letztlich die Dinge zu betrachten.

 

In den vergangenen Jahren sind einige wichtige Publikationen erschienen, die gerade auf diese Weise den Zeitraum der postkommunistischen Transformation darstellen, darunter zum Beispiel Duchologię polską. Rzeczy i ludzie w czasach transformacji [Die polnische Geistologie. Dinge und Menschen in Zeiten der Transformation] (2016) von Olga Drenda und Normy widzialności. Tożsamość w czasach transformacji [Normen der Sichtbarkeit. Identität in Zeiten der Transformation] (2016) von Magda Szcześniak, die sich mit Bildern der „Normalität“ in den neunziger Jahren befasst, unter anderem mit dem Image von Geschäftsleuten, mit Fälschungen westlicher Waren und mit der Mode, weiße Socken zu tragen. Nennenswert ist auch das seit einigen Jahren erscheinende Magazin Widok [Ausblick], das unter anderem Texte über die Mode in der Zeit der Transformation publiziert hat, über die ersten Computerspiele und die Ästhetik von Videoclips der Musikrichtung Disco Polo.

 

Zajawka reiht sich in diese Tendenz ein, wobei sie ein zentrales Thema berührt, nämlich die Ausgeschlossenen. Sławomir Shuty fasste diese Zeit in seinem Erzählband Dziewięćdziesiąte [Die Neunziger] so zusammen: „Die einen machten Karriere, die anderen brachen Genicke.“

Die Ausstellung im Schlesischen Museum zeigt, dass der Hip-Hop es ermöglicht, über die damalige Wirklichkeit aus der Perspektive derer zu erzählen, die nicht privilegiert waren. Gut beschrieben hat das der Journalist und Musikkritiker Robert Leszczyński, Autor des in der Tageszeitung Gazeta Wyborcza veröffentlichten „Manifest der Rapper“ (1998), einer der ersten Texte, die das Phänomen Hip-Hop ernsthaft behandelten: „Sie sind die erste Generation, die im freien, kapitalistischen Polen geboren ist, in dem volle Regale, freie Wahlen und der Pass in der Tasche die Norm sind“, schrieb er. „Sie sind sich dessen, dass es dies einst nicht gab, weniger bewusst, als der dunklen Seiten dieses Systems. Sie sind seit Jahren die erste Generation, die das frustrierende Gefühl der ungleichen Vermögensverhältnisse erfahren hat.“ Und er fügte hinzu: „Heute geht der Beruf des Intellektuellen oder des Arbeiters stärker von den Eltern auf die Kinder über als einst. Jetzt studieren Schüler guter Mittelschulen Jura oder ökonomische Studienrichtungen, sie werden seit dem Kindergarten zur zukünftigen Elite dieses Landes erzogen. Berufsschulschüler werden Arbeiter und werden nur dann vermögend, wenn sie sich selbstständig machen oder Verbrecher werden. Der Hip-Hop entsteht gerade aus der Frustration derer, die nicht zu einer Gruppe gehören oder zu keiner dieser Gruppen gehören wollen.“

 

Einige Monate vor der Veröffentlichung des Textes von Robert Leszczyński war in der Gazeta Wyborcza eine Fotoreportage von Maria Zbąska unter dem Titel „Rapper“ erschienen. Im Jahr 2001 drehte Sylwester Latkowski unter dem gleichen Titel einen Film über junge Rapper, die in großstädtischen Ballungsgebieten aufgewachsen sind. Im Jahr 2001 hatte auch der bekannte Film Cześć, Tereska [Hi, Tereska] von Robert Gliński über eine Heranwachsende aus einer armen Familie, die in einem Plattenbau lebt, Premiere. Es wurde damit begonnen, die polnische Transformation aus der Perspektive derjenigen zu beschreiben, die nicht ihre Nutznießer waren, doch wirklich in die Debatten und politischen Streitigkeiten des Mainstreams kam das Thema soziale Ungleichheit erst in den letzten Jahren. Die Frage, was die Gründe für dieses Übersehen, um nicht zu sagen für diese Blindheit waren, ist heute zentral geworden.

 

Eigene Bedingungen

Der polnische Hip-Hop entstand als Gegenentwurf zur konsumorientierten Massenkultur, zum geltenden Karrieremodell und zum Lebensstil, und – das mag vielleicht das Wichtigste sein – seine Macher waren an die polnische Wirklichkeit gebunden, in ihrer lokalen, durch sie erlebten Version.

 

Gleichzeitig wurde diese Musik für ihre Macher ein Mittel, um ihre Subjekthaftigkeit zurückzugewinnen. Die Möglichkeit, in seinem eigenen Namen zu sprechen (und nach eigenen Prinzipien).

 

„Ich bin Gott

mach dir das bewusst

auch du bist Gott

du musst es dir nur vorstellen

voll zurechnungsfähig

für seine Taten verantwortlich

wie du …“

 

– das ist ein Auszug aus dem bereits zitierten berühmten Text von Paktofonika.

Der Hip-Hop hat sich paradoxerweise gut eingefunden in dem ökonomischen System, das die individuelle Aktivität fördert. Natürlich ist großen Konzernen sehr schnell aufgefallen, dass diese Musik zur Ware werden kann – 1995 wurde Liroys Alboom 500.000 Mal verkauft. Dennoch haben die Musiker selbst ihren eigenen Umlauf mit Zeitschriften und Verlagen geschaffen und damit eine freundlichere Form des Kapitalismus angeboten.

 

Zajawka zeigt diese emanzipatorische Kraft des Hip-Hops gut. Sie zeigt aber auch – und das ist heute viel sichtbarer als einst – die Grenzen dieser Emanzipation. Hip-Hop ist und bleibt eine Musik, die in erster Linie für Männer gemacht wird (obwohl Frauen sie auch konsumieren) und darüber hinaus eine Musik, die das traditionelle Modell der gesellschaftlichen Rollen vervielfältigt. Bisher haben Künstlerinnen im Hip-Hop keinen bedeutenden Platz einnehmen können, geschweige denn nicht-heteronormative Personen. Ein echtes Follow-up zu Zajawka war die Ausstellung Historie o chodzeniu po mieście [Geschichten über das Laufen durch die Stadt] in der Kunstgalerie BWA in Katowice. Junge Künstler – Agnieszka Antkowiak, Przemek Branas und Aleksandra Nowakowska – imitierten Rapper. Ihren Lebensstil und ihre Ikonografie. Und erzählten von der Stadt. Aber anders. In ihren Erzählungen war das ein Ort für Weiblichkeit und für sexuelle Andersartigkeit. Der Wandel war also in der Kunst möglich. Ist er aber auch in der Musik möglich? Wird es in Polen, so wie in den Vereinigten Staaten, eine starke Hip-Hop-Strömung geben, die von Frauen oder sogar von LGBT-Vertretern gemacht wird? Aber das ist ein Thema für einen ganz anderen Text.

 

 

Zajawka. Śląski hip-hop 1993–2003 [Zajawka. Schlesischer Hip-Hop der Jahre 1993–2003], Schlesisches Museum in Katowice, 8.06.2019–29.09.2019, Kurator: Szymon Kobylarz

 

Aus dem Polnischen von Antje Ritter-Miller

 

 

 

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Piotr Kosiewski

Piotr Kosiewski ist Historiker, Kunstkritiker und Publizist. Er schreibt regelmäßig für die polnische Wochenzeitschrift „Tygodnik Powszechny” und das Magazin „Szum".

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