Wir sind Realistinnen, wir fordern das Unmögliche

Mit Jana Shostak spricht Kaja Puto über das weibliche Gesicht der Revolution in Belarus und über die Situation der belarussischen Flüchtlinge in Polen.

Kaja Puto: Die belarussischen Proteste laufen seit August ohne Unterbrechung, aber das Hauptziel – Aljaksandr Lukaschenka als Präsident abzusetzen und freie Wahlen durchzuführen – wurde nicht erreicht. Worauf zählen die Belarussinnen?

Jana Shostak: Die Belarussen und Belarussinnen wissen, dass sie die Regierung nicht mit Straßenprotesten ändern, aber erstens höhlt steter Tropfen den Stein, und zweitens wäre es auf dieser Etappe schlecht, einen Schritt zurück zu machen. Deshalb gehen die Proteste weiter, obwohl sie schwächer sind als zuvor, was durch die verschärften Repressionen und die eintretende Müdigkeit kommt.

Seit einer Weile sind lokale Aktionen beliebter geworden, die Menschen finden sich in kleineren Gruppen in Wohnsiedlungen zusammen. Solche Proteste lassen sich wesentlich schwerer niederschlagen als ein gemeinsamer Marsch im Zentrum von Minsk.

Auch die Arbeiterstreiks dauern an: Die Arbeiter kommen nicht zur Arbeit oder streiken „auf Italienisch“, das heißt, sie arbeiten langsam. Aktivisten haben ausgerechnet, dass die Fabriken – hier denke ich an die Schwerindustrie – durch einen streikenden Arbeiter bis zu 5.000 belarussische Rubel monatlich verlieren können. Die Straßenproteste sind hauptsächlich dazu da, die Moral der Belarussen aufrecht zu erhalten, und die Streiks, um das Regime ökonomisch fertig zu machen.

Was wurde in den letzten Monaten erreicht?

Auf jeden Fall konnte ein System für gesellschaftliche Solidarität und gegenseitige Hilfe aufgebaut werden und andererseits eine nationale Identität und das Gefühl der Einheit. Wie war das nochmal? „Я узнал, что у меня есть огpомная семья“ (russ.: Ich habe herausgefunden, dass ich eine große Familie habe.) [Zitat aus dem Soundtrack zum Kultfilm Brat 2, Amn. d. Red.]. Unbezahlbar ist auch das Gefühl, Geschichte zu machen. Früher habe ich in Geschichtsbüchern gelesen, wie einst Menschen für Lebensmittel für Lech Wałęsas Familie zusammengelegt haben, und jetzt geschieht so etwas in meinem Land.

Die diesjährigen belarussischen Proteste unterscheiden sich von anderen postsowjetischen „Revolutionen“ deutlich darin, dass sie ein weibliches Gesicht haben. Für die Protestierenden ist Swjatlana Zichanouskaja die Siegerin der Wahlen im August, und auf den Straßen demonstrieren Frauen. Kann man tatsächlich von einer politischen Emanzipation der belarussischen Frauen sprechen, wie sie von den westlichen Medien hervorgehoben wird?

Ich denke, ja, und das ist ein weiterer Erfolg der Proteste, obwohl es zufällig dazu gekommen ist, denn Zichanouskaja wurde gewissermaßen Präsidentschaftskandidatin als Vertretung für ihren inhaftierten Ehemann. Ihre Geschichte bietet Material für einen anständigen Hollywood-Spielfilm: Zichanouskaja sagt in Interviews, dass der Prozess dieser Revolution dem Prozess ihrer Emanzipation entspricht. Sie, die Hausfrau, steht plötzlich im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit der belarussischen Gesellschaft. Anfangs war sie verschüchtert, ist nicht gut zurechtgekommen, aber sie wurde von zwei Frauen unterstützt: von Veranika Tsapkala und Maryja Kalesnikawa [deren Partner ebenfalls inhaftierte Kandidaten der Opposition sind, Anm. d. Red.]. Schließlich wurde sie für die belarussische Gesellschaft zur Hoffnungsträgerin und veränderte sich sogar äußerlich: Sie hat heute eine andere Körperhaltung und eine andere Stimmfärbung. Der Wandel dieser Gestalt ist beispielhaft für den Wandel von Belarus – und für die belarussischen Frauen.

Interview mit Jana Shostak von Kaja Puto

Proteste in Belarus, Minsk im Oktober 2020, Foto: Wikimedia

Bisher hatte die belarussische Opposition – ganz zu schweigen von Lukaschenkas Regime – Frauen nicht als Personen wahrgenommen, die in der Politik etwas gelten können, die kluge und vernünftige Lösungen vorschlagen können. Jetzt geben sie sogar zu, dass Frauen in der Politik ihre Vertretung haben sollten, aber auch, dass Politik auf „weiblichere“ Weise gemacht werden kann, das heißt weniger Konkurrenz, mehr Feingefühl und Herzlichkeit.

Ich hoffe, dass sich diese Tendenz hält und dass gerade in Belarus die fünfte Feminismuswelle geboren wird. Nicht in den Vereinigten Staaten, nicht im Westen, sondern genau hier. Das wäre ein Feminismus, den ich mit den Worten „sanft, aber entschlossen“ beschreiben würde.

Vergleicht man die Frauen in Weiß, die OMON-Angehörigen Blumen überreichen, mit dem polnischen Frauenstreik, dessen Hauptlosung ist „brav waren wir schon“ – dann haben wir es in Polen und Belarus sicherlich mit unterschiedlichen Feminismus-Wellen zu tun …

(lacht) Ich werde oft gefragt, ob die belarussischen Proteste den polnischen ähnlich sind. Das ist eine recht schwierige Frage, denn einerseits lassen sich die Polinnen von den belarussischen Protesten auf verschiedenen Ebenen inspirieren, aber wir sind auch unter ganz unterschiedlichen Bedingungen aktiv, und die Polinnen müssen sich nicht mit Repressionen in diesem Maße auseinandersetzen. Dennoch ist alles in allem das Ziel das gleiche, es geht um das Wahlrecht und um Demokratie.

Sind Frauen im gleichen Maße wie Männer von den Repressionen der belarussischen Sicherheitsdienste betroffen?

Diese Frage ist schwer zu beantworten, weil es dafür keinerlei Statistiken gibt. Hinzu kommt, dass sich nur ein Teil der Menschen, gegen die Repressionen angewendet wurden, dafür entscheidet, seine Erfahrungen öffentlich zu machen. Kürzlich habe ich in den sozialen Medien einen Bericht einer Frau gelesen, die im Kommissariat mit einem Gummiknüppel vergewaltigt wurde. Sofort kamen Zweifel auf, ob diese Frau die Wahrheit sagt, ob ihre Geschichte glaubwürdig ist. Männer verdächtigt man in diesem Zusammenhang eher nicht der Lüge.

Anfangs wurden Frauen seltener inhaftiert; nach den ersten Niederschlagungen der Proteste durch die OMON waren es die Frauen, die als erste auf die Straße gingen, weil sie sich freier fühlten. Aber dann kam der Befehl, dass auch sie nicht verschont werden sollen. Für die Stiftung Humanosh nehme ich zusammen mit Jakub Jasiukiewicz für das zukünftige Revolutionsmuseum, das an der Stelle des abgerissenen Gefängnisses in Minsk entstehen soll, Zeugnisse von Menschen auf, die von Belarus nach Polen geflohen sind, und bisher folgt daraus, dass Frauen genauso gefoltert werden wie Männer. Zumindest unter diesem Gesichtspunkt haben wir in Belarus Gleichberechtigung…

Wieviele Belarussen sind nach Polen gekommen, und können sie hier darauf hoffen, den Flüchtlingsstatus zu bekommen?

Jana Shostak. Fot.: Karolina Zajączkowska

Nimmt man die Zahl der eingereichten Anträge auf internationalen Schutz und auf ein humanitäres Visum, sind es mehrere Tausend. Vielleicht mehr, denn viele reisen mit einem einfachen Touristenvisum nach Polen aus. Ein Teil fährt direkt nach Polen, ein Teil in die Ukraine, aber dort ist es schwer, eine Arbeitserlaubnis zu bekommen, sodass sie letztendlich doch in Polen landen.

Was das humanitäre Visum betrifft, so können die Inhaber zum Glück seit dem 1. Dezember 2020 legal arbeiten, aber sie können mit keinerlei zusätzlicher Unterstützung im Form von psychologischer Betreuung, Sprachkursen und Sozialhilfe für den Anfang rechnen. Trotzdem muss man, um das Visum zu bekommen, im polnischen Konsulat nachweisen, dass man verfolgt wurde.

Doch Personen, die einen Antrag auf den Neuankömmling-Status stellen [Jana Shostak hatte im Rahmen eines ihrer Kunstprojekte vorgeschlagen, das in Polen negativ assoziierte Wort „Flüchtling“ durch das Wort „Neuankömmling“ zu ersetzen, Anm. d. Red.], dürfen nicht arbeiten, bis ihr Antrag bearbeitet ist. Sie erhalten eine symbolische Sozialhilfe und werden in Heimen einquartiert, die man selbst mit einem GPS-Gerät kaum findet. Wenn du in dem Heim wohnst, bekommst du monatlich 70 PLN [entspricht ca. 16 Euro, Anm. d. Red.], wenn du nicht im Heim wohnst, sind es 750 PLN. Diese Beträge haben sich in Polen seit 2014 nicht geändert.

Der Polnische Staat hat Flüchtlingen nicht viel zu bieten und du versuchst, diese Löcher zu stopfen. Statt Kunstprojekte zu machen, setzt du dich jetzt für deine Landsleute ein.

Im August habe ich in meiner Heimatstadt Hrodno (Grodno) protestiert, und nach meiner Rückkehr nach Polen habe ich damit begonnen, Flüchtlingen in Warschau zu helfen. Bei der Vorbereitung von Transparenten für eine Demonstration für die Solidarität mit Belarus habe ich im Zentrum der Belarussischen Solidarität junge Männer kennengelernt, die gefoltert worden waren, sie wohnten in einem Warschauer Hostel, sie hatten keine Ahnung, was sie mit sich anfangen sollten, nachdem das Belarussische Haus in Warschau ihnen Hilfe verweigert hatte. Da wurde mir bewusst, mit welch riesigen Problemen wir es zu tun haben.

Der Polnische Staat sieht für Flüchtlinge kein Hilfssystem vor und die NGOs, die Migranten unterstützen, haben begrenzte Möglichkeiten [die PiS-Regierung hat den Zugang von NGOs zu Mitteln aus dem europäischen Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds beschränkt, Amn. d. Red.] und sie haben ihre Spezialgebiete, beispielsweise im Bereich juristischer Hilfe.

Die existierenden Hilfsprogramme haben oft nicht viel mit der Wirklichkeit gemeinsam: Nehmen wir beispielsweise das Belarussische Haus [eine Organisation für belarussische Oppositionelle, die in Polen leben, Anm. d. Red.], das Flüchtigen einen Aufenthalt im Sanatorium anbietet. Das heißt, lädierte, geprügelte Menschen, die nicht selten an posttraumatischen Belastungsstörungen leiden, erhalten statt eines Arztes, einer Computertomographie und eines Psychologen Blaubeer- und Lehmwickel.

In den Flüchtlingsheimen wiederum herrschen schreckliche Bedingungen, in einem habe ich Kakerlaken gesehen, es war kalt, es gab nichts zu essen. Wenn ich das den Beamten melde, wundern die sich: „Das habe ich nicht gewusst, warum haben die denn nichts gesagt?“ Natürlich haben sie nichts gesagt, weil sie Angst haben. Es kommt auch zu solchen Absurditäten, dass man an der Grenze in Quarantäne geschickt wird, und zwar an das andere Ende Polens, und dann auf eigene Faust in das Heim zurückfahren muss, wobei sowohl der Ort für die Quarantäne als auch das Heim abseits jeglicher Verkehrswege liegen.

Den Flüchtigen hilft eine befreundete Gruppe „Die Partisaninnen“, sie sind so eine Art Rettungswagen, eine zivile Untergrundorganisation, die sich bemüht, punktuell Probleme zu lösen und an vertraute Stiftungen weiterzuleiten. Die Partisaninnen helfen beim Spracherwerb, bei der Integration, streiten sich mit Beamten herum, prüfen die Rechtschaffenheit von Arbeitsvermittlungsagenturen und Stiftungen, die Migranten unterstützen. Mit diesen geprüften und rechtschaffenden – wie im Falle von Humanosh – haben wir gemeinsam bereits für 36 Personen ein Dach über dem Kopf gefunden und bezahlt.

Polen ist seit den neunziger Jahren – vor allem seit den Kriegen in Tschetschenien – ein Ort, in dem sich Bürger aus Staaten der ehemaligen UdSSR um den Flüchtlingsstatus bemühen: Tschetschenen, Tadschiken, Turkmenen usw. Dieses System hat nie gut funktioniert, es gab dafür kein Geld, es gab auch nicht – und jetzt gibt es ihn erst recht nicht – den politischen Willen, die Situation der Flüchtlinge zu verbessern. Ich kann mir denken, dass die COVID-19-Pandemie die Sache nur verschlechtert hat…

Die Erledigung von Formalitäten ist ein Alptraum, alles dauert jetzt sehr lange. Außerdem steht es in den Heimen für Neuankömmlinge schlecht um den Zugang zu Psychologen und Ärzten, angeblich aufgrund des Coronavirus. Aber die Personen auf Verwaltungsposten schieben auch das Coronavirus vor, obwohl sie theoretisch täglich zur Arbeit gehen müssten.

Vor der Epidemie haben in Polen zwischen 1,5 und 2 Millionen Migranten gearbeitet, hauptsächlich aus der Ukraine, aber auch aus vielen anderen Ländern. Das Coronavirus hat jedoch dieser guten Phase auf dem polnischen Arbeitsmarkt ein Ende gesetzt. Finden Flüchtige aus Belarus leicht Arbeit?

Arbeit gibt es, wenn vielleicht auch nicht die beste. Die größte Schwierigkeit sind die Sprachbarriere und Arbeitsvermittlungsagenturen, die Migranten betrügen oder sie in die Irre führen. Ein Neuankömmling, der bei den Partisaninnen landet, hat ein gut klingendes Arbeitsangebot als Kurier erhalten: 4.000 PLN ohne Sprachkenntnisse. Erst im Kleingedruckten im Vertrag stand dann geschrieben, dass dies nur gilt, wenn man eine Selbständigkeit vorweisen kann, andernfalls bekommt man 1.300 PLN auf die Hand. Um die Flüchtigen tummeln sich auch „Geschäftsleute“, die hohe Summen für das Ausfüllen von Aufenthaltsdokumenten nehmen.

Solche Leute nutzen es aus, dass die Flüchtlinge ihre Rechte nicht kennen – das ist typisch für Belarus, wo der Jurist ein fiktiver Beruf ist, und die Menschen nicht wissen, dass sie etwas einfordern können. Die betrügerischen Agenturen bleiben straffrei, weil die Flüchtigen es sich nicht leisten können, sich einen Anwalt zu nehmen, und von den NGOs, die in solche Angelegenheiten helfen, hat kaum jemand etwas gehört. Uninformiertheit ist eines der größten Probleme von Belarussen, die nach Polen geflohen sind.

Warum fliehen Belarussen nicht weiter in den Westen, wo sie auf mehr Hilfe zählen könnten?

Sie können nicht, nur Polen, Litauen und Lettland bieten ihnen angesichts der Epidemie die Möglichkeit auszureisen. Und auch das nicht sofort: Anfangs hat die polnische Regierung ihre Hilfe und Solidarität erklärt, aber die Grenze überschreiten durften nur Menschen mit polnischer Herkunft, Inhaber von humanitären Visa oder Menschen, die in Polen arbeiten oder lernen.

Das hat sich zum Glück geändert [die COVID-Maßnahmen wurden für die Belarussen gemildert, unter anderem dank eines Happenings von Jana Shostak Eine Minute schreien für Belarus, Anm. d. Red.], aber derzeit haben wir ein anderes Problem: Wegen der zweiten Corona-Welle arbeiten die polnischen Konsulate in Belarus eingeschränkt und für humanitäre Visa gibt es riesige Warteschlangen. Hinter der Ecke lauert der KGB und du musst anstehen, um dann noch fünf bis zehn Tage auf die Bearbeitung zu warten, während du überlegst, ob du es schaffst, dich vom Einkaufsladen nach Hause durchzuschummeln. Deshalb reisen Belarussen derzeit zuerst in die Ukraine aus und stellen in den dortigen polnischen Konsulaten einen Antrag auf das Visum.

Wie kann die internationale Gemeinschaft den Belarussen helfen?

In Polen rege ich dazu an, sich für die Betreuung für eine Person oder eine Familie einzusetzen – man kann beispielsweise dabei helfen, die polnische Sprache zu praktizieren, jemandem Kleidung geben oder ärztliche Untersuchungen bezahlen. Wer so jemanden finden will und beispielsweise online helfen will, kann sich gern direkt an mich wenden.

Aber Priorität hat die Hilfe vor Ort, in Belarus. Finanzielle Hilfe ist nicht einfach, weil Mittel aus dem Ausland blockiert werden, deshalb muss man sie zum Beispiel in Bitcoins überweisen, über PayPal oder auf polnische Konten der Belarussen. Bis gestern hätte ich gesagt, dass selbst symbolische Unterstützung in Form von Briefen an die Inhaftierten helfen können, aber ich habe erfahren, dass dafür zusätzliche Schikanen drohen.

Weiterhin würde ich von europäischen Politikern erwarten, die Liste der Menschen, die sanktioniert werden, zu erweitern. 55 Personen – das ist absolut zu wenig angesichts der Größe des Lukaschenka-Apparates. Die Milizionäre und die OMON-Angehörigen, die die Dienste verlassen haben, verdienen natürlich Hilfe, aber aktive Funktionäre dürfen nicht in die EU gelassen werden. Angebracht wäre auch Hilfe für Aktivisten und Aktivistinnen, die Kredite und Familie haben, und die oft ihre Arbeit verloren haben…

Hinzukommen sollte, dass jegliche wirtschaftliche Verbindung mit Belarus abgebrochen werden und am besten auch der Einkauf von russischen fossilen Energien unterlassen wird, obwohl das natürlich nicht real ist… Aber man sagt ja: „Wir sind Realisten, wir fordern das Unmögliche.“

 

Aus dem Polnischen von Antje Ritter-Miller


Jana Shostak (geb. 1993 in Hrodno) – Künstlerin, Aktivistin und Doktorandin an der Künstlerischen Universität in Poznań. Vor der belarussischen Revolution arbeitete sie an der Dokumentarkomödie Miss of the East (Co-Regie Jakub Jasiukiewicz, Produktion WFDiF). Sie wurde unter anderem ausgezeichnet mit dem Kritikerpreis bei der Ausstellung Die besten Diplomarbeiten der Akademie der Schönen Künste, mit dem Grand Prix beim Festival ode Wilki 16 [Junge Wölfe ’16] und mit dem Startpoint Prize. Anfang August 2020 organisierte sie die Aktion Minuta krzyku dla Białorusi [Eine Minute schreien für Belarus], womit sie die oberflächliche Hilfe der polnischen Regierung für die protestierenden Belarussen kritisierte. Am 8. September schimpfte sie nach einem Treffen zwischen Ministerpräsident Mateusz Morawiecki und Swjatlana Zichanouskaja vor laufenden Kameras auf den polnischen Ministerpräsidenten und lenkte damit dessen Aufmerksamkeit auf die Probleme der Belarussen bei der Grenzüberschreitung. Infolge ihrer Intervention und der medialen Aufregung wurde die Ausgabe von Touristenvisa für Belarussen wieder aufgenommen und den Inhabern von humanitären Visa der Zugang zum Arbeitsmarkt ermöglicht.


Kaja Puto / Autorin DIALOG FORUM

Kaja Puto – Publizistin und Redakteurin, spezialisiert sich auf die Themenbereiche Osteuropa und Migration. Sie schreibt u.a. für die Zeitschrift “Krytyka Polityczna” und für n-ost – The Network for Reporting on Eastern Europe.

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