Zum Inhalt springen

„Die polnisch-deutschen Beziehungen gehören zur Welt der Wunder“

„Die polnisch-deutschen Beziehungen gehören zur Welt der Wunder“

Wann

15/09/2022    
18:00 - 21:00

Wo

Veranstaltungstyp

Am Donnerstag, 15.09.2022 um 18.00 Uhr findet in der Zentralbibliothek Hamburger Bücherhallen (Hühnerposten 1) die Finissage der Ausstellung WIDERSTAND-ERINNERUNG-VERSÖHNUNG über den polnischen, 2015 verstorbenen Historiker, Publizisten, Botschafter und Politiker Wladyslaw Bartoszewski statt.

An dem Internationalen Tag der Demokratie wird Marcin Barcz aus dem Buch von Władysław Bartoszewski „Steter Tropfen höhlt den Stein“ lesen, der die deutsche Übersetzung  herausgegeben hatte.

Fünfzig Jahre lang hat Władysław Bartoszewski an dem vorliegenden Buch gearbeitet. Die ersten Beiträge sind Mitte der 60er Jahre entstanden, der letzte Text buchstäblich wenige Stunden vor dem Tod des Autors. Und die hier beschriebenen Fakten umfassen seine gesamte 93-jährige Biografie. Es ist also – ohne zu übertreiben – die Zusammenfassung eines Lebens und eines jahrzehntelangen Engagements: für das Dokumentieren der dramatischen Geschichte; für die Aufarbeitung der (auch eigenen) schmerzlichen Erfahrungen; für das Schaffen einer Begegnungs- und Verständigungsbasis vor allem zwischen jungen und von Belastungen der Generation ihrer Eltern oder Großeltern freien Menschen; für eine normale Nachbarschaft und Partnerschaft im gemeinsamen europäischen Kultur- und Identitätskreis. Wie man mit dem Buch umgehen sollte, das überlassen die Herausgeber den Leserinnen und Lesern. Sie können sich beliebige Kapitel aus einer konkreten Zeit oder aus einem bestimmten Anlass auswählen oder auch den Versuch unternehmen, der gesamten, chronologisch angeordneten Auswahl zu folgen.

Einführung, Dr. Maximilian Willner, Konrad-Adenauer Stiftung e.V.
Begrüßung, Dr. Viola Krizak, Vorsitzende der DPG HH
Dr. Marcin Barcz aus Warschau liest aus dem Buch „Steter Tropfen höhlt den Stein“
Bettina Schaefer, Journalistin, liest aus ihrem Buch: „Für Freiheit kämpfen  selbstbestimmt leben – Erinnerungen an Władysław Bartoszewski“
Anita Baranowska-Koch stellt die Arbeit der Bartoszewski-Initiative vor
Moderation: Daniel Kaiser, NDR
Musikalische Begleitung, Lucja Wojdak, Cello
Mehr unter: www.dpg-hamburg.de

Zusammenarbeit mit der Konrad-Adenauer-Stiftung Hamburg

Anmeldungen unter: www.kas.de

 

Ein Gedanke zu „„Die polnisch-deutschen Beziehungen gehören zur Welt der Wunder““

  1. Auf Englisch gibt es die Redewendung vom “Elefanten im Raum”, den jeder sieht, über den aber niemand sprechen will https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Elefant_im_Raum Im Falle Bartoszewskis gibt es gleich zwei dieser Elefanten:
    * Warum hat er nie den Vorwurf aus den Reihen von AK-Veteranen entkräftet, er sei im Frühjahr 1941 nach einem halben Jahr aus dem Stammlager Auschwitz entlassen worden, weil sich entweder wichtige polnische Kollaborateure für ein eingesetzt hätten oder er selbst irgendeine Verpflichtung gegenüber den Deutschen eingegangen sei. Wir wissen nicht, ob dies böswillige Interpretationen sind, Dokuemnte oder glaubwürdige Berichte von Zeitzeugen dazu gibt es nicht. Allerdings sind mindestens drei Autoremn, die Bartoszewski-Biographie schreiben wollten, daran gescheitert, weil erin dieser Frage nicht nur völlig blockiert, sondern auch aggressiv reagiert hat. Es gibt Stimmen auch von seriösen polnischen Historikern, die ihm unterstellen, für sich eine Heldenbiographie über seine Kriegszeit konstruiert zu haben (So hat Adolf Berman ihn in seinem im Westen erschienenen Standardwerk über Żegota überhaupt nicht erwähnt. So hat er behauptet, in den letzten Tagen des Warschauer Aufstandes zum AK-Offizier ernannt worden zu sein, doch in der AK-Registratur der Londoner Exilregierung gibt es keinen Vermerk darüber, usw.). Wie gesagt: Wir wissen es nicht, aber Bartoszewski wurde deshalb eine Hassfigur für die polnische Rechte – und wurde von dieser auch nicht als Brückenbauer zwischen Deutschen und Polen anerkannt. Es war und ist von deutscher Seite deshalb nicht besonders klug, ihn als Referenzfigur für die deutsch-polnischen Figuren herauszustellen.

    * Sein Engagement gegen das Zentrum gegen Vertreibungen, nachdem er zunächst 1999 Peter Glotz zugesagt hatte, das Projekt zu unterstützen. Seine Kehrtwendung dabei geht offenbar darauf zurück, dass seine autobiographischen Erzählungen über die Kriegszeit öffentlich angezweifelt wurden udn er sich wohl unter Druck sah, eien “patriotische Tat” zu begehen – den Feldzug gegen Erika Steinbach, die in der Tat eine kontroverse Persönlichkeit ist. Doch letztlich hat Bartoszewskis Engagement hat nur der PiS genützt, es hatte erheblich Anteil daran, dass das “deutsche Thema” der PiS zm Dopppelsieg bei den Präsidenten- und Parlamentswahlen 2005 geführt hat. So haben es Andrzej Byrt und Irena Lipowicz, beide pplnische Spitzendiplomaten, unverblümt ausgedrückt.

    Von Bundestagspräsident Norbert Lammert wurde er dafür 2009 öffentlich gebasht, und auch Angela Merkel hat sich von ihm distanziert. Und Wojciech Pięciak warf Bartoszewski in einem Aufsehen erregenden Artikel für “Rzeczpospolita” vor, mit der Zuspitzung des Streits um das Zentrum gegen Vertreibungen eine “Atombombe” gezündet zu haben, die die “deutsch-polnischen Beziehungen lange kontaminieren” werde.

    Es stellt sich die Frage, ob die heutige Beweihräucherung Bartoszewskis auf deutscher Seite dazu beiträgt, den deutsch-polnischen Dialog aus der Sackgasse zu bringen, in der er sich seit Langem befindet.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Symbol News-Alert

Bleiben Sie informiert!

Mit dem kostenlosen Bestellen unseres Newsletters willigen Sie in unsere Datenschutzerklärung ein. Sie können sich jederzeit austragen.