“Rechtfertigung der Spaziergänge”: Ausstellung des Projektseminars von Yevgenia Belorusets

Veranstaltungstermin: 23/04/2021 - 25/04/2021 | 00:00-23:59
Veranstaltungsort: Strandbad Tegelsee | Schwarzer Weg 21 | Berlin

Diese Ausstellung ist das Ergebnis der Gastprofessur von Yevgenia Belorusets im WS 2020/21 an der HU, die nur unter sehr erschwerten Bedingungen – d.h. praktisch nur online in Zoom – stattfinden konnte. Dennoch – und das ist schon fast ein Wunder! – hat sich eine Möglichkeit gefunden, die im Rahmen des Seminars entwickelten Projekte der Studierenden nun in Form einer Ausstellung zu zeigen. Der Ort dafür könnte – nicht nur unter den Bedingungen dieser Tage – nicht besser sein: Das Strandbad Tegelsee, welches gerade von der aus Minsk gebürtigen und in Berlin lebenden Künstlerin Marina Naprushkina und einem Künstlerkollektiv als Location für künstlerische Events und Naturgenuss ‘wiederbelebt’ wird und nun durch die von Yevgenia Belorusets konzipierte und kuratierte Ausstellung der HU-Studierenden  (soweit das derzeit möglich ist) feierlich eröffnet wird. 

Rechtfertigung der Spaziergänge  

Ein bildtextliches Laboratorium zur Voreröffnung des Strandbades Tegelsee

23.04: 17:00-21:00 Uhr

24.04: 14.00-21.00 Uhr

25.04: 14.00-19.00 Uhr

Strandbad Tegelsee, Schwarzer Weg 21, 13505 Berlin

Studierende der Humboldt-Universität zu Berlin, das Institut für Slawistik und Hungarologie und die Open-Air-Galerie des Strandbades Tegelsee laden zur Werkschau des theoretisch-praktischen Fotoseminars, welches im Rahmen der Siegfried-Unseld-Gastprofessur 2020/21 an der Humboldt-Universität zu Berlin von der ukrainischen Künstlerin und Autorin Yevgenia Belorusets konzipiert wurde.

Die im Seminar entstandenen fotografischen und textuellen Arbeiten untersuchen den Spaziergang als eine Sphäre des Legitimen und Bewilligten, als eine Überkreuzung von freier Wahl und der Politik des Zwangs.

Der Spaziergang ist hier eine Neu-Erwanderung des bekannten Raums von Ufer, Stadt, Wohnung, Zimmer – ein Reich der Utopie, da der Spaziergang in jeder Situation stattfinden kann, sogar dort, wo die Bewegung, wie es scheint, begrenzt ist oder aufhört.

Walter Benjamin sah den Spaziergänger als Flaneur, dessen Bewegung in der Großstadt einer Regie der Unterbrechungen durch unterschiedlichste Stationen des Konsums und des kapitalistischen Genusses folgte. In der Situation der aufeinanderfolgenden Lockdowns ist ein Spaziergang in der Stadt einem Waldspaziergang ähnlich geworden. Das Verschwinden der Hindernisse, der Verweilstationen, lädt dazu ein, in das vegetative Eigenleben der Häuserfronten und Straßenfluchten einzutreten, auf Lichtungen, in die vergessene Unbestimmtheit der Stadt.

Die Fotografie ist in diesem Fall künstlerisch in mehreren Dimensionen tätig: Sie erzeugt die Illusion einer Karte, dokumentiert eine Bewegung, die selbst unsichtbar bleibt, sie erzählt von der sich verändernden Wahrnehmung der Umgebung und täuscht eine Struktur vor.

Der Spaziergang ist nicht nur Gegenstand der künstlerischen Arbeiten, sondern die Ausstellung selbst ist als Spaziergang konzipiert. Die Bungalows und Hütten der ehemaligen und neu begründeten Badeanstalt bilden das Ensemble von Stationen und Anhaltspunkten. Stellen Sie sich vor, Sie werden in einen Märchenwald eingeladen.  

Die Bäume gehören zur Installation, der umgebende Wald ist auch eine Stadt. Im Märchen ist der Wald ein Ort, aus dem man nicht als der*dieselbe hervorkommt. Trauen Sie sich! Ihr Weg führt zum Ufer, wo Sie sich einige Zeit aufhalten werden. Das Ufer des Strandbades Tegelsee zeigt sich in der Phase eines Vorwortes, etwas Neues ist im Entstehen.

Mit künstlerischen Beiträgen von:

Bella Badt, Elisabeth Bauer, Giselle Berenice Chavannes, Lisa Jura, Anna Katinka Kultscher, Elisabeth Landenberger, Tamara Naszer, Nicole Stieben, Jakob Wunderwald

Und einer Wekschau von Alina Kleytman, Soska Group, Lada Nakonechna

Kuratorische Beratung: Yevgenia Belorusets

In Kooperation mit dem Strandbad Tegelsee, mit besonderem Dank an Marina Naprushkina

Mehr in FB: https://www.facebook.com/events/268380094953204/?active_tab=about

Hygienemaßnahmen im Zusammenhang mit der aktuellen Lage:

*erforderlich ist eine Online-Anmeldung vorab, bei der Kontaktdaten für Nachverfolgungszwecke hinterlassen werden, der Einlass ist auf max. 50 Personen beschränkt
*Voraussetzung für den Einlass ist das Vorzeigen eines PCR-Tests oder Schnelltests, welcher nicht älter als 24 Stunden ist bzw. die Durchführung eines mitgebrachten Selbsttest unter Aufsicht vor Ort
*das Tragen einer FFP2-Maske ohne Ventil oder einer vergleichbare Maske ist Pflicht

Termine für die Besichtigung der Open-Air-Galerie können hier vereinbart werden:

https://www.picktime.com/8fa6fb41-b9d5-4dbf-97f5-19029674b898?fbclid=IwAR2Yib7tNQER-kdpEHGJuy2Y_ecE_sB7tsScGvnmV4SwpQH4OXzsk8ennHI

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