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Warum es in Polen kein Museum des Kommunismus gibt

Warum es in Polen kein Museum des Kommunismus gibt
Veranstaltungstermin: 11/07/2019 | 19:00-21:00
Veranstaltungsort: Zentrum für Historische Forschung Berlin | Majakowskiring 47 | Berlin

Im Rahmen des KLAUS ZERNACK COLLOQUIUMS, das unter dem Leitthema IDENITÄTSFABRIKEN? MUSEEN UND HISTORISCHE BILDUNG IN POLEN stattfindet, laden

Prof. Dr. Yvonne Kleinmann (Aleksander-Brückner-Zentrum),
Prof. Dr. Michael G. Müller (Halle-Wittenberg) und
Prof. Dr. Igor Kąkolewski (ZHF Berlin)
Sie herzlich zum Vortrag ein von

 

Prof. JERZY KOCHANOWSKI (Warszawa)
Warum es in Polen kein Museum des Kommunismus gibt. Der Umgang mit der sozialistischen Vergangenheit in Polen.

 

Kommentar: Dr. STEFAN WOLLE (Berlin)

 

Polen ist wohl das einzige postkommunistische Land, in dem es kein „zentrales“ Museum des Sozialismus gibt. Einige Versuche, ein solches Museum zu gründen (Warschau, Krakau), wurden ohne Erfolg aufgegeben. Es sind zwar einige kleine, private Museen (eher Andenkensammlungen) entstanden, die aber nicht den Standards der modernen Museologie entsprechen. In diesem Zusammenhang muss vor allem auf die Spezifik der polnischen Transformation hingewiesen werden: sanfte Evolution, statt harte Revolution, im Vordergrund stand der Übergang von realsozialistischer Wirtschaft zur Marktwirtschaft, statt Diktatur zur Demokratie, hinzu kommt ein zwiespältiges Verhältnis der Bevölkerung zur Volksrepublik Polen. Darüber hinaus spielt seit November 2015 auch die Erinnerungspolitik der Partei „Recht und Gerechtigkeit“ (PiS) eine wesentliche Rolle. Deren radikales Streben nach vollständiger Verbannung des Zeitraumes 1944-1989 aus dem kollektiven Gedächtnis wurde zum Fundament der staatlichen „Geschichtspolitik“.

Vor diesem Hintergrund ist das Ziel dieses Vortrages, die musealen Initiativen vorzustellen und vor allem über die Determinanten und Voraussetzungen ihres Scheiterns nachzudenken.

 

Prof. JERZY KOCHANOWSKI studierte Geschichte an der Universität Warschau und arbeitete seit 1988 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Historischen Institut der Warschauer Universität. 1998 war er Fellow am College for Advanced European Studies der Universität Viadrina in Frankfurt an der Oder. Seit Juni 2000 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Historischen Institut in Warschau tätig. Seit Ende 2005 ist er Professor am Historischen Institut der Universität Warschau. Er ist Autor zahlreicher Veröffentlichungen (die unter anderen auf Deutsch erschienenen sind: Jenseits der Planwirtschaft. Der Schwarzmarkt in Polen 1944-1989, (Göttingen: Wallstein, 2013), zusammen mit Ingo Eser, Ondrej Matejka, Flucht und Vertreibung. Geschichte des 20. Jahrhunderts aus der Perspektive von drei Nachbarn, (Stuttgart-Leipzig: Klett, 2009), Jerzy Kochanowski, In polnischer Gefangenschaft. Deutsche Kriegsgefangene in Polen 1945-1950, (Osnabrück: Fibre 2004), zusammen mit Włodzimierz Borodziej und Bernd Schäfer, Grenzen der Freundschaft: Zur Kooperation der Sicherheitsorgane der DDR und der Volksrepublik Polen zwischen 1956 und 1989, (Dresden: Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung, 2000).

 

Weitere Informationen zum Programm unter www.cbh.pan.pl/de

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