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Konferenz: Vertriebene, (Heimweh-)Touristen und ‚Neusiedler‘ in den Grenzgebieten der DDR, Tschechoslowakei und der Volksrepublik Polen

Konferenz: Vertriebene, (Heimweh-)Touristen und ‚Neusiedler‘ in den Grenzgebieten der DDR, Tschechoslowakei und der Volksrepublik Polen

Die zweitägige Konferenz beleuchtet die Geschichte der Vertriebenen, (Heimweh-)Touristen und ‚Neusiedler‘ in den sozialistischen „Bruderländern“ bis 1989. Gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Zeitzeuginnen und Zeitzeugen sowie Praktikerinnen und Praktikern aus der Kulturarbeit möchten wir neue Erkenntnisse gewinnen und über die Zukunft der Verständigung sprechen. Die Anmeldung ist ab dem 09.04.2024 über die Webseite der Euroregion Elbe/Labe möglich. Vormerkungen bitte an [email protected].

Die Integration der Flüchtlinge und Vertriebenen aus den ehemaligen deutschen Ostprovinzen und Siedlungsgebieten Ostmitteleuropas erklärte die SED-Führung bereits Anfang der 1950er Jahre für erfolgreich abgeschlossen. Dem gegenüber gingen in der frühen Bundesrepublik Politiker und Vertriebenenvertreter davon aus, erst am Beginn der Integration zu stehen – ohne dabei den noch lange verfolgten Wunsch auf Rückkehr aufzugeben.

Auf welcher Grundlage konnte die SED-Diktatur solche Behauptungen in die Welt setzen? Wie gestaltete sich die soziale und kulturelle Integration der Vertriebenen in der Sowjetischen Besatzungszone und folgend in der DDR? Wie nahmen sich die Menschen in den „sozialistischen Bruderländern“ der DDR, der Č(S)SR und der Volksrepublik Polen vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkrieges und der Vertreibung gegenseitig wahr?

Hundertausende DDR-Bürger trafen im Urlaub oder auf Dienstreisen Polen oder Tschechoslowaken. Lange bevor es Heimatvertriebenen aus dem Westen möglich war, konnten sie in ihre alte Heimat nach Schlesien oder Böhmen fahren – freilich ohne einen organisierten Charakter als Gruppenreise. Dieser von Heimatvertriebenen in der DDR oft erwähnte Umstand wurde in der Forschung ebenso wie in der Öffentlichkeit bislang wenig verhandelt. Wenig untersucht sind in diesem Zusammenhang auch die Begegnungen mit und die Perspektiven der tschechischen und polnischen ‚Neusiedler‘ unter den Vorzeichen der verordneten Völkerfreundschaft.

Mehr als 35 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhanges erscheint es zudem sinnvoll, einen historisierenden Blick auf bisherige Versöhnungsinitiativen aus Deutschland, Polen und Tschechien zu werfen und anschließend mit Praktikern der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit über die Zukunft der Verständigung zu sprechen.

Programm

Stand v. 27.03.2024

Sonntag, 09.06.2024 (Vorprogramm)

16:00 – 17:00 Uhr: Registrierung

17:00 – 17:10 Uhr: Begrüßung

17:10 – 17:30 Uhr: Film

17:30 – 18:15 Uhr: Vortrag und Diskussion: Lutz Jahoda aus Brünn – ein populärer Entertainer in der DDR und bekannt auch in der Tschechoslowakei – PhDr. Kristina Kaiserová, CSc., Ústav slovansko-germánských studií / Institut für slawisch-germanische Forschung UJEP, Ústí nad Labem

18:15 – 19:15 Uhr: Abendessen

19:15 – 20:30 Uhr: Zeitzeugengespräche – Moderation: Ralf Pasch, Autor (angefragt)

Montag, 10.06.2024

09:00 – 09:30 Uhr: Begrüßung – N. N., Vertreter/in des Bundesministeriums des Innern und für Heimat, Hartmut Koschyk, Stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft e. V.; Dr. Agnieszka Pufelska, Nordost-Institut (IKGN e. V.); Dr. Jens Baumann, Beauftragter für Vertriebene und Spätaussiedler des Freistaates Sachsen; Jiří Řehák, Vize-Hejtman des Ústecký kraj (angefragt)

09:30 – 10:00 Uhr: Vortrag: „Komm mit uns das Grenzland aufbauen!“ – Dr. Andreas Wiedemann, Historiker (angefragt)

10:00 – 10:30 Uhr: Vortrag: Die Vertriebenen in der SBZ/DDR und die SED-Vertriebenenpolitik (Arbeitstitel) – Prof. Dr. Ira Spieker, Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde (angefragt)

11:00 – 11:15 Uhr: Pause

11:15 – 11:45 Uhr: Vortrag: Kleiner eiserner Vorhang. Die tschechisch-sächsische Staatsgrenze 1945 bis 1966 – Mgr. Petr Karlíček, Ph.D., Archiv města Ústí nad Labem / Archiv der Stadt Ústí nad Labem / Aussig

11:45 – 12:30 Uhr: Panel: Die Situation der Neusiedler und Heimatvertriebenen (Arbeitstitel) – Dr. Andreas Wiedemann (angefragt), Prof. Dr. Ira Spieker (angefragt), Mgr. Petr Karlíček, Ph.D.; Moderation: N. N.

12:30 – 14:00 Uhr: Mittagspause

14:00 – 14:30 Uhr: Vortrag: „Grenzen der Freundschaft“. Tourismus zwischen der DDR, ČSSR und Polen – Dr. Mark Keck-Szajbel, Zentrum für Interdisziplinäre Polenstudien

14:30 – 15:00 Uhr: Vortrag: Heimwehtourismus in die Tschechoslowakei vor 1989 – PhDr. Sandra Kreisslová, Ph. D., Karls-Universität Prag, Ethnografisches Institut

15:00 – 15:30 Uhr: Vortrag:  Die Sudetendeutschen in der Bundesrepublik und der DDR (Arbeitstitel) – Dr. Soňa Mikulová, Max-Planck-Institut für Bildungsforschung (angefragt)

15:30 – 16:00 Uhr: Kaffeepause

16:00 – 16:30 Uhr: Vortrag: Heimwehtouristen aus der DDR in Polen – Dr. Mateusz Hartwich, Historiker

16:30 – 18:00 Uhr: Panel: Verschwiegen in der DDR – Besonderheiten des Heimwehtourismus sozialistischer Prägung – PhDr. Kristina Kaiserová, CSc., Ústav slovansko-germánských studií / Institut für slawisch-germanische Forschung UJEP, Ústí nad Labem; PhDr. Sandra Kreisslová, Ph. D., Karls-Universität Prag, Ethnografisches Institut; Wilfried Rogasch, Kurator der Ausstellung „Stillgeschwiegen! – Vertriebene in der SBZ und DDR“ (angefragt); Dr. Agnieszka Pufelska, Nordost-Institut (IKGN e. V.); Moderation: Steffen Neumann, Euroregion Elbe/Labe

18:30 – 20:00 Uhr: Abendessen

20:00 – 21:00 Uhr: Kamingespräch: „(Erste) Schritte der Verständigung in den 1980er- bis 2000er-Jahren“ (Arbeitstitel) – Daniel Herman, Minister für Kultur der Tschechischen Republik 2014–2017 (angefragt); Hartmut Koschyk, Stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft e. V.; Richard Neugebauer, Vize-Präsident der Landesversammlung der deutschen Vereine in der Tschechischen Republik (angefragt)

Dienstag, 11.06.2024

09:15 – 09:45 Uhr: Berichte aus der Verständigungspraxis 1: Antikomplex – Tereza Vavrová, Geschäftsführerin der Organisation „Antikomplex“ (angefragt)

09:45 – 10:15 Uhr: Berichte aus der Verständigungspraxis 2: N. N.

10:15 – 11:00 Uhr: Gespräch: Begegnung von Heimatvertriebenen und ‚Neusiedlern‘: Verständigung nach 1989 – Jitka Tůmová, Teplitz/Teplice (angefragt)

11:00 – 12:00 Uhr: Panel: „Neue Ideen für die Verständigung?“ (Arbeitstitel) – Tereza Vavrová, Geschäftsführerin der Organisation „Antikomplex“ (angefragt); Martin Dzingel, Vorsitzender der Landesversammlung der deutschen Vereine in der Tschechischen Republik (angefragt); N. N., Sudetendeutsches Landsmannschaft; N. N., Sdružení Ackermann-Gemeinde; Moderation: Steffen Neumann, Euroregion Elbe/Labe

12:00 – 12:15 Uhr: Schlussworte – Rüdiger Kubsch, Geschäftsführer der Kommunalgemeinschaft Euroregion Oberes Elbtal / Osterzgebirge e.V.

12:30 – 13:30 Uhr: Mittagessen (bitte anmelden)

ab 13:30 Uhr: Exkursion (bitte anmelden, max. 30 Personen) Vorderzinnwald / Přední Cínovec – Mgr. Jan Kvapil, Ph.D, Jan-Evangelista-Purkyně-Universität in Ústí nad Labem (Aussig)

Mehr Informationen: https://deutsche-gesellschaft-ev.de/veranstaltungen/konferenzen-tagungen/1828-2024-vhtns.html

 

Die Veranstaltung ist ein Kooperationsprojekt der Deutschen Gesellschaft e. V. und der Euroregion Elbe/Labe.

Das Vorhaben wird gefördert vom Bundesministerium des Innern und für Heimat aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages, dem Kleinprojektefonds in der Euroregion Elbe/Labe und dem Institut für Kultur und Geschichte der Deutschen in Nordosteuropa (IKGN) e.V. – Nordost-Institut (gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages).

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